Wissen

Theologische Kompetenz

Unterricht, Seminare, Übungen und Projekte in den Hauptdisziplinen:

  • Altes Testament
  • Neues Testament
  • Kirchengeschichte
  • Systematische Theologie
  • Praktische Theologie
  • Gemeindepädagogik
  • Gemeindemusik
  • Missiologie
  • Lebens- und Sozialberatung

Sprach- und Lektürekurse in den biblischen Sprachen Hebräisch und Griechisch

Unterricht und Übungen auf den Gebieten Psychologie und Philosophiegeschichte

Sein

Persönliche Kompetenz

Persönlichkeitsbeurteilung bei der Aufnahme zum Studium

Wöchentliches Jahrgangstutorium sowie wöchentliche Andachten und Zellgruppen

Persönliche Mentorengespräche

Persönlichkeitsbeurteilungen durch die Zeugnisse der Praktikumsbegleiter

Gemeinsames Leben und Dienen in einer interkulturellen Gemeinschaft

Gemeinsamer wöchentlicher Gottesdienst der Studierenden  

Tun

Handlungskompetenz

Aktive Erfahrung in der Gemeindearbeit vor Studienbeginn

Sozialpraktikum, Gemeindepraktika, Begleitpraktika

Praktisch-theologische Übungen in Gemeinden für Bibelstunden und ähnliche theologische Erwachsenenbildung

Pflichtpredigten mit anschließender Auswertung

Gemeindeneugründung, Praktikum, Diakonie und Seelsorge

Team-Einsätze in Ortsgemeinden und bei übergemeindlichen Veranstaltungen

Mitgliedschaft und Mitarbeit in einer Ortsgemeinde   

Theologische Kompetenz

Theologie ist die methodisch disziplinierte Reflexion des christlichen Glaubens in Hinsicht auf seinen Ursprung, seine geschichtlich-sozialen Gestaltungsformen, seine Artikulation angesichts der Herausforderungen der Zeit und seine Kommunikation in Kirche und Gesellschaft. Die theologische Ausbildung am ETS zielt auf den Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten, die zu dieser Reflexion befähigen und zu einem entsprechenden Handeln anleiten.

Diese Aufgabe wird von allen theologischen Disziplinen gemeinsam und auf besondere Weise wahrgenommen: Die biblisch-theologischen Fächer vermitteln Kenntnisse der ursprünglichen Zeugnisse des Glaubens, wie sie in den Schriften des Alten und Neuen Testaments gegeben sind. Sie leiten dazu an, die biblischen Texte in ihrer eigenen Sprachgestalt und ihrem geschichtlichen Entstehungszusammenhang zu verstehen und auf die Gegenwart zu beziehen. Die Kirchengeschichte vermittelt Kenntnisse der wichtigsten konfessionellen und sozialen Gestaltungsformen des Glaubens in der Geschichte der christlichen Kirche im Allgemeinen und der eigenen kirchlichen Tradition im Besonderen. Sie leitet dazu an, sie im Kontext der allgemeinen Geschichte zu interpretieren und als Ausprägungen des Glaubens zu verstehen und zu diskutieren. Die Systematische Theologie vermittelt Kenntnisse grundlegender Formen christlicher Lehrbildung und ethischer Orientierung angesichts der denkerischen und ethischen Herausforderungen der jeweiligen Zeit. Sie leitet dazu an, begründete Urteile über die Geltung des Glaubens und ein Handeln aus dem Glauben zu fällen. Sie tut dies im Gespräch mit der Philosophie, die mit Grundzügen der Theoriebildung und geistesgeschichtlichen Entwicklungen vertraut macht und dazu anleitet, das eigene Denken im Hinblick auf seine Voraussetzungen zu reflektieren.

Die Praktische Theologie vermittelt Kenntnisse der praktischen Vermittlungsformen des Glaubens in Kirche und Gesellschaft. Sie leitet dazu an, die christliche Botschaft in verschiedenen Lebens- und Handlungszusammenhängen zu kommunizieren: im diakonischen und missionarischen Dienst an der Gesellschaft; in den gottesdienstlichen, organisatorischen und pädagogischen Lebensvollzügen der Gemeinde; in der seelsorglichen Zuwendung zum Einzelnen. Dies geschieht im Gespräch mit humanwissenschaftlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, insbesondere aus dem Bereich der Gesellschaftswissenschaften, der Pädagogik und der Psychologie.

Durch die Verbindung von historischen, sprachwissenschaftlichen, systematischen und praktischen Aspekten vermittelt die theologische Ausbildung ein breites Spektrum von Kompetenzen, die sie anschlussfähig macht für andere Wissenschaften und gesellschaftliche Handlungsfelder.  

Handlungskompetenz

Die Ausbildung zielt auf die Berufspraxis im pastoralen Dienst (Verkündigung, Seelsorge, Unterricht, Gemeindeleitung, Gemeindeneugründung) sowie in weiteren Arbeitsbereichen in Kirche und Gesellschaft (Jugendarbeit, Erwachsenbildung, Beratungsarbeit, Diakonie, innere und äußere Mission, Gemeindemusik, Lebens- und Sozialberatung). Praxisorientierte Lehrveranstaltungen (z.B. Evangelistik, Diakonik, Homiletik) und Praxiseinheiten (z.B. Gemeindepraktikum, Sozialpraktikum, Exkursionen) dienen der Ausbildung von Fähigkeiten bezüglich Präsentation und Kommunikation von Ausbildungsinhalten. Zugleich führen sie in eine eigenständige theologische Reflexion unterschiedlicher Praxisfelder mit deren speziellen Problemlagen und Anforderungsprofilen hinein (z.B. Krankenhausseelsorge, Verkündigung in den elektronischen Medien).

Der Praxisbezug der Ausbildung wird in besonderer Weise in den praktischtheologischen Fächern wahrgenommen, prägt aber zugleich die Arbeit in den anderen Disziplinen und das fächerübergreifende Gespräch. Er dient dem Auszubildenden dem Erwerb von Schlüsselkompetenzen, die heute im pastoralen Dienst und in weiteren Bereichen der Arbeit mit Menschen unerlässlich sind (z.B. Gesprächs- und Teamfähigkeit, mehrperspektivisches Denken, strukturiertes Arbeiten, Medienkompetenz).

Im Zentrum des Interesses einer fundierten und praxisbezogenen Ausbildung steht das hermeneutische Anliegen, die Botschaft der Bibel so zu vergegenwärtigen, dass sie in unterschiedlichen individuellen wie gesellschaftlichen Bezügen relevant wird und die Entfaltung des Lebens fördert.  

Personale Kompetenz

Eine weitere Zielsetzung der Ausbildung liegt in der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung. Die Schüler werden bei ihrem intellektuellen Fortschritt auch zu einer adäquaten Wahrnehmung ihrer selbst und ihrer Umwelt sowie zur Ausbildung einer eigenständigen spirituellen Existenz ermutigt und angeleitet.

Zur Entwicklung einer angemessenen Einschätzung der eigenen Persönlichkeit und eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Selbstannahme und Selbstkritik tragen neben spezifischen Unterrichten (z.B. Psychologie, Soziologie) Andachten und Zellgruppen sowie informelle Fördergespräche bei.

Die theologisch-spirituelle Prägung der Persönlichkeit, die Bereitschaft zur gesellschaftlichen Verantwortung, die Erarbeitung eines Selbstbildes christlicher Existenz in der säkularen Gesellschaft sowie die Entwicklung eines realistischen Amtsverständnisses werden durch gottesdienstliche Feiern und Übungen im Bereich der spirituellen Bildung gefördert.

Die unvoreingenommene Wahrnehmung des Anderen und des sozialen Kontextes im weltweiten Horizont, die Fähigkeit zur Kommunikation, Moderation und Führung entwickeln sich im gemeinsamen Leben mit Studierenden aus aller Welt, in der Wahrnehmung eines praktischen Dienstes im Rahmen der Kommunität und in den Kursen in den Bereichen Seelsorge, Gemeindeneugründung und Gemeindeleitung.